Hände hoch, wer Kardashians Hintern geteilt hat

  • 4. Oktober 2018, 16:40

Sie sehen Kardashians Hintern immer noch vor sich: Ölglänzende, pralle Ballons, die wochenlang das Internet beherrschen. Verlockend, damit Likes abzustauben, auch wenn man eigentlich für, sagen wir, Druckerpatronen wirbt?

Fallbeispiel Andreas B.: Frisch eingestellt soll er das Social-Media-Marketing einer Firma für Sitzmöbel revolutionieren. Nach ein bisschen Brainstorming kommt die absolute Erleuchtung: Ärsche brauchen Stühle. Warum also nicht auf den Kardashian-Zug aufspringen und das Ding auf allen Kanälen teilen? 

Der Traffic des Facebook-Kanals geht durch die Decke. Die Klickzahlen explodieren. Angefixt von den Wellen an Likes, teilt unser Marketingexperte bald auch Katzenbabys und surfende Hunde, GameOfThrones-Memes und #GlitterBootys. So geht virales Marketing, denkt Andreas, beglückwünscht sich zu seiner Revolution und klopft sich für jeden Share stolz auf die Schulter – bis… er fristlos entlassen wird. Denn: Er hat die Online-Präsenz der Marke in kürzester Zeit völlig ruiniert und kein einziges zusätzliches Stuhlbein verkauft.

Seien wir ehrlich: Natürlich interessiert uns Kardashians Hintern – aber niemanden interessiert, WER ihn eigentlich teilt. Blindes Growth Hacking bringt Reichweite – aber bei den falschen Leuten. Der Bullshit, der millionenfach geklickt wird, kann Ihre Marke nicht retten. Es braucht Themen, die die Zielgruppe bewegen, die ihre innersten Bedürfnisse berühren. Denn die Marken von morgen werden mit relevanten Inhalten überzeugen – und nicht mit den Promi-Ärschen dieser Welt.

Foto: sergiophoto / Shutterstock